Neue Steuerungsmodelle im Gesundheitswesen
Anlass für die Einsetzung dieser Projektgruppe ist der Beschluss der ASG Bundeskonferenz 2010, der die zunehmende wettbewerbsorientierte Ausrichtung des Gesundheitswesens kritisch hinterfragt. Denn die in den letzten Jahren auch von Sozialdemokraten betriebene Ökonomisierung und Kommerzialisierung des Gesundheitswesens scheint sich in vieler Hinsicht als brüchig zu erweisen: Ärzte suggerieren massenhaft Behandlungsverweigerungen, der Personalabbau in Krankenhäusern erreicht kritische Dimensionen, Privatisierung führt zum Primat von Ertrag vor Versorgung u. s. w.
Viele neoliberale Heilsversprechen demaskieren sich so zusehends als unhaltbar. Ihre Auswirkungen auf ethisches und professionelles Selbstverständnis wie auf die Praxis der Behandlung sind bislang kaum untersucht. Ein ursprünglich diffuses Unbehagen weicht zunehmend einer systematischen Kritik. Immer deutlicher wird, dass berechnende Verfahren auf einen Lebensbereich stoßen, der in seiner täglichen Praxis nicht rechnen will und nicht rechnen soll. Zu hinterfragen ist deshalb auch dringend, wie Steuerungsmodelle angepasst werden müssen, um mit den Akteuren besser kompatibel und damit erfolgreicher zu sein.
An den aufgeworfenen Fragestellungen besteht auch innerhalb der ASG ein breites Interesse. Unser Ziel ist, bis zum Herbst 2012 erste Konzepte und Lösungsansätze zu entwickeln.
